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Die schöne Magd von Pöhsig

Eine wahre? Begebenheit aus dem Dreißigjährigen Krieg



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 Ja, ja die alten Schweden, die waren auch schon in Pöhsig.
 Aber das ist lange, lange, lange her.
 Da lebte diese in Stein gehauene Schöne noch.
 Sie hieß Berta von Kattonitz stammte aus Prag und wurde
 durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges in unsere
 Gegend verschlagen. Sie suchte ihren Mann,
 der versteckte sich vor dem Kaiser.
 Auf dem Weg von Prag über Dresden nach Leipzig kam sie
 nach Pöhsig. In einem Wäldchen zwischen Ragewitz und
 Pöhsig wurde sie und ihr Diener von Räubern, die gab es
 damals noch, überfallen und verletzt. Eckard, so hieß ihr
 Diener, wurde erschossen. Sie konnte flüchten und fand
 im alten Gasthof in Pöhsig Unterkunft, wo sie ihre
 Verletzungen mit Hilfe der Wirtsleute ausheilte.
 Als es ihr besser ging machte sie sich im Wirtshaus
Die Schöne Magd
 nützlich, und bald hieß sie im ganzen Dorf nur noch die"schöne Magd".
 Und nun kommen die Schweden ins Spiel. Die waren zu der Zeit in Grimma
 und hielten die ganze Gegend in Schach. Sie plünderten die Dörfer, forderten von den
 Bauern Getreide, Brot, Schweine. Auch von den Pöhsiger Bauern. Denen ging es aber
 nicht besonders gut, und sie konnten das Geforderte nicht liefern. Da drohten die
 Schweden mit der Plünderung des Dorfes, und alle hatten große Angst das die Soldaten
 ernst machen und Pöhsig niederbrennen, wie es damals so üblich war.
 Berta, die schöne Magd wollte den Pöhsiger Bauern nun Ihrerseits helfen,
 weil sie als Fremde so gut aufgenommen und gesund gepflegt worden war.
 Sie nahm ihren ganzen Schmuck und allen Mut den sie hatte zusammen und machte
 sich auf den Weg nach Grimma, um dem Hauptmann der Schwedischen Truppen
 einen Tausch vorzuschlagen:
 Den Schmuck gegen seine Absicht, Pöhsig zu zerstören.
 Doch die Geschichte nahm auf wundersame Weise einen ganz anderen Verlauf,
 denn Berta erkannte in dem schwedischen Hauptmann ihren lang vermissten Mann
 Adelbert.
 Damit war ihr kostbarer Brautschmuck und auch Pöhsig und seine Bauern gerettet.
 Diesem glücklichen Umstand zur Ehre ließ der Gastwirt ein Bildnis der schönen Berta
 in Stein hauen und über seiner Wirtshaustür anbringen.
 Er war sicher Stolz auf seine "schöne Magd", daß sie in seinem Haus gewohnt hat.
 Ihr Name war jahrelang in aller Munde, und nur die lange, lange, lange Zeit hat uns die
 Geschichte vergessen lassen. Wenn da nicht diese in Stein gehauene Schöne wäre...

  Zu sehen ist diese steinerne Schöne übrigens auf dem Hof des Malermeister Aurig in Pöhsig.

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